13. Februar 2005:
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Botschaft aus New York an Dresden

Die Mitglieder der Organisation "September 11th Families for Peaceful Tomorrows" (Familien des 11. September für ein friedliches Morgen) fühlen sich solidarisch verbunden mit den Menschen in Dresden, wenn Sie der schrecklichen Verluste gedenken, die Sie vor 60 Jahren erlitten haben. Wir denken auch an die Toten unter der Zivilbevölkerung in Guernica acht Jahre vorher.

Zur gleichen Zeit, da Sie sich versammeln, kommen auch wir zu unserem eigenen Gedenken zusammen. Es ist an diesem Wochenende drei Jahre her, dass Familienmitglieder von Opfern des
11. September unsere Organisation gründeten, die zum Ziel hatte, unser Leid umzuwandeln in ein Handeln für den Frieden.

Damals erkannten wir, dass man dabei war, als Antwort auf den 11. September starke militärische Kräfte gegen die Welt frei zu setzen. Wir wussten auch, dass diese Kräfte, wenn sie einmal in Bewegung gesetzt sind, zu ganz bestimmten Konsequenzen führen – nämlich dass unzählige unschuldige Zivilisten getötet oder verwundet, dass es Flüchtlinge geben und dass Generationen neuer Kinder neue Wunden tragen würden. Wir glaubten, eine solche Reaktion auf jenes Verbrechen, das das Leben unserer Lieben kostete, würde nur weitere Verbrechen mit sich bringen.

Heute sehen wir, dass unsere schlimmsten Befürchtungen Wirklichkeit geworden sind: Nach den Entscheidungen, die seit dem 11. September getroffen wurden, ist die Welt ein weitaus gefährlicherer Ort. So wie in Dresden, und wie in Guernica, sind es die einfachen Menschen, die den größten Teil an Leiden und Tod ertragen. Es sind die einfachen Menschen, ihre Kinder und ihre Enkelkinder, die weiterhin den Preis zahlen für den Weg, den wir eingeschlagen haben.

So wie Sie kennen die Mitglieder von "Peaceful Tomorrows" aus erster Hand die Realitäten von Terrorismus und Krieg. Wir versuchen, ein neues Herangehen, eine neue Politik und neue Lösungen für die uralten Probleme der Gewalt unter den Nationen und unter den Menschen zu entwickeln.

Wir glauben, dass es die einzelnen Menschen sind, die die größte Kraft besitzen, um eine solche Veränderung zu bewirken. Diese Kraft ist größer als Armeen und stärker als Bomben. Sie kennt keine nationalen Grenzen und ist ein gemeinsames Anliegen all jener, die Frieden, Verständigung und Vergebung mit ihren und bei ihren Mitmenschen suchen.

Heute fühlen wir Mitglieder der "Familien des 11. September" uns von Ihrem mutigen Zeugnis inspiriert. Für neue Generationen ist es leicht, die Lehren der Geschichte zu vergessen. Es ist unsere Pflicht, an sie zu erinnern. In dieser wichtigen Aufgabe sind wir mit Ihnen verbunden.

Mit den besten Wünschen

September 11th Families for Peacefull Tomorrows
Versammelt an diesem Wochenende in Washington, DC, USA

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Verlesen von
Stefanie Franz

 

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