13. Februar 2005:
»GeDenken« – Texte

   
       

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Botschaft aus Hamburg an Dresden

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Dresdnerinnen und Dresdner,

heute vor 60 Jahren traf Dresden ein ähnliches Schicksal, wie es Ham-burg im Sommer 1943 mit der Operation Gomorrha erleben musste.
Die Bombardements legten beide Städte in Trümmer. Die vielen Opfer, das unermessliche Leid – wir erinnern uns mit Grauen.

Dresden und Hamburg verbindet ihr gemeinsames historisches Schick-sal. Wenn man sich das Leid der Menschen und die unsägliche Zerstö-rungen vor Augen hält, ist es kaum zu glauben, dass beide Städte wie-der auferstehen konnten. Noch heute sind städtebauliche Narben er-kennbar. Wir sehen aber auch die Ergebnisse immenser Aufbauleistun-gen in beiden Städten, getragen durch den Mut und die Kraft der Men-schen zum Neubeginn.

Die Botschaft des gemeinsamen Erinnerns an ein verbindendes Schick-sal und der damit einhergehenden Mahnung sowie der tiefen Verbun-denheit beschreibt auch einen Weg. Einen Weg, auf dem wir alle uns be-finden, in Dresden wie in Hamburg, und den andere Länder mit uns ge-hen. Dieses ist der Weg der Versöhnung. Wir leben heute in Freund-schaft mit unseren europäischen Nachbarn und sind dankbar für viele Zeichen der engen Verbundenheit. Denn eines dürfen wir nicht verges-sen: Deutschland entfesselte den Zweiten Weltkrieg. Um nicht missver-standen zu werden: Es darf nicht darum gehen, aufzurechnen, was in deutschem Namen geschah und was Deutschen widerfuhr. Es geht vielmehr darum, dass wir alle unser Gedenken an die Ereignisse jener Zeit als Chance zur Zukunftsgestaltung begreifen.

Hamburg und Dresden sind einig in dem Bestreben um Aussöhnung, To-leranz und Verständnis, weil die Erinnerung im Gedächtnis ihrer Bewoh-ner weiterlebt, - weil wir erfahren haben, was es bedeutet, wenn der Krieg die Dämme unserer Zivilisation einreißt.

Wir halten die Erinnerung wach. Wir erinnern uns als eindrückliche Mah-nung zum Frieden.

Ole von Beust
Präsident des Senates und Erster Bürgermeister der
Freien und Hansestadt Hamburg

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Überbracht von
Wolf-Dieter Müller

 

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